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OGH: Wer haftet, für den Bruch eines morschen Baumes?

In einer aktuellen Entscheidung, nämlich 2 Ob 203/11 h, hatte der Oberste Gerichtshof die Frage zu lösen, wer für das Umstürzen eines morschen Baumes haftungsrechtlich zur Verantwortung zu ziehen sei. Im Hinblick auf die nahende Gartensaison ein durchaus aktuelles Problem.

Der Sachverhalt stellte sich wie folgt dar: Im vorliegenden Fall hat die beklagte Baumhalterin die Betreuung einer Pappe' mit einem Alter von 60 bis 80 Jahren (bei einer allgemeinen Lebensdauer solcher Bäume von rund 80 Jahren) übernommen. Obwohl der Baum im Einzugsbereich einer stark frequentierten Verkehrsfläche stand, hat die beklagte Baumhalterin in den letzten fünf Jahren vor dem Umstürzen der morschen Pappel keine einzige fachgerechte Begutachtung des Baumes vorgenommen. Auf obigen Sachverhalt sind die verschärften Haftungsbestimmungen nach § 1319 ABGB anzuwenden, nach denen sich der Halter eines Baumes nur dann von seiner Haftung befreien kann, wenn er beweist, dass er alle notwendigen Vorkehrungen getroffen hat, dass der Haftungsfall. nicht eintritt.

Im gegenständlichen Fall wurde diese Verpflichtung seitens des Obersten Gerichtshofes dahingehend ausgelegt, dass unter Berücksichtigung der ÖNORM L1122 und des hohen Baumalters eine regelmäßige Überprüfung im Abstand von rund sechs Monaten erforderlich gewesen wäre, um die Haftung hintanzuhalten. Da die Baumhalterin in den letzten fünf Jahren vor Umstürzen des Baumes keine einzige fachgerechte Begutachtung vorgenommen hatte, bejahte der Oberste Gerichtshof so wie die Vorinstanzen die Haftung der Baumhalterin gemäß § 1319 ABGB.

Aus gegenständlichem Judikat folgt, dass der Baumhaltern, insbesondere von alten Bäumen, auferlegte Haftungsmaßstab sehr streng ist und der ihnen abverlangte Aufwand, nämlich wie im gegenständlichen Fall eine halbjährliche fachliche Kontrolle, sehr hoch ist. Eine entsprechende Risikovorbeugung durch die Zeichnung geeigneter Versicherungsprodukte sollte daher jedem Baumhalter empfohlen werden. Besonders betroffen von diesem Thema sind - wie auch im gegenständlichen Fall - Gemeinden. Gerade diese sind oftmals Baumhalter von an Verkehrsflächen angrenzenden Bäumen, deren Umstürzen regelmäßig zu erheblichen Sach- oder auch Personenschäden führt.

Quelle: Der Versicherungsmakler, April 2012

Unser Tipp: Lassen sie die betroffenen Bäume, fachgerecht in den vorgeschriebenen Abständen überprüfen und kontrollieren sie ob sie ausreichend versichert sind.
   

Ob sie ausreichend versichert sind, kontrollieren wir gerne für sie. Vereinbaren sie einen Termin mit uns.


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