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Unfallversicherung

In Österreich passieren jährlich 840.000 Unfälle – 75% in der Freizeit – diese sind in der gesetzlichen Unfallversicherung nicht gedeckt!

Ein Auszug aus der Geschichte der Unfallversicherung:

Erstmals wurde durch das 1854 geschaffene Berggesetz den im Bergbau tätigen Menschen Versicherungs-schutzgewährt. 1888 wurde das Arbeiterunfallversicherungsgesetz geschaffen, wonach unselbständig Erwerbstätige versichert wurden, die in besonders gefährlichen Betrieben arbeiteten. Die Versicherung wurde zu 90 % von den Unternehmen und 10 % von den Arbeitern finanziert, wobei sich die Höhe des Beitrags nach der Gefährlichkeit der Tätigkeit richtete. Da die Versicherung nur für bestimmte Betriebe galt, handelte es ich um eine Betriebsversicherung. 1917 wurden erstmals auch Wegunfälle in den Schutz mit einbezogen.
1926 wurde diese Versicherung zu einer Personenversicherung umgewandelt. Damit fielen alle Arbeitnehmer unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Ein Auszug der Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung (AUVA):

Wenn Sie einen Unfall haben, der während der Arbeit oder auf dem Arbeitsweg passiert, braucht der Dienstgeber keinen Schadenersatz zu zahlen. Dafür zahlt er ja den Beitrag zur Unfallversicherung. Der Schadenersatz, den Sie erhalten, wird von der Unfallversicherung in Form der Unfallrente übernommen. Diese gibt es für die "Minderung der Erwerbsfähigkeit" oder im Todesfall für die Angehörigen.
Die Unfallversicherung stellt fest, ob ein Arbeitsunfall vorliegt und wie sehr ihre Arbeitsfähigkeit gemindert ist. Ist ihre Arbeitsfähigkeit länger als drei Monate lang um mehr als 20% gemindert, erhalten Sie die Rente befristet.
Wenn nach zwei Jahren noch mindestens 20% Minderung vorliegen, erhalten Sie die Rente unbefristet. Auch dann, wenn Sie weiter arbeiten oder in Pension sind.
Die Höhe der Rente ist abhängig davon, wie sehr ihre Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt ist und wie viel Sie im letzten Jahr verdient haben.

Ein Auszug der Leistung der privaten Unfallversicherung:

Die Kernleistung der Unfallversicherung zielt auf die finanzielle Absicherung im Falle einer dauernden Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit als Unfallfolge (Invalidität) hin. Die Absicherung erfolgt in der Regel in Form einer einmaligen Kapitalzahlung oder als lebenslange Rente. Durch Progressionsvereinbarungen kann sichergestellt werden, dass die Höhe derInvaliditätsleistung bei höheren Invaliditätsgraden überproportional ansteigt. Die Bemessung der Invaliditätgeschieht nach der vertraglichen Gliedertaxe.
Neben dem Invaliditätsrisiko können auch andere Unfallfolgen gegen Mehrprämie versichert werden. So kann z. B. ein fester Kapitalbetrag für den Fall des Unfalltodes des Versicherten vereinbart werden (Todesfallleistung). Die Todesfallleistung wird fällig, wenn die versicherte Person innerhalb eines Jahres nach dem Unfall an den Unfallfolgen verstirbt. Die Vereinbarung einer Todesfallleistung zusätzlich zur Invaliditätsleistung ist unter anderem deshalb sinnvoll, weil andernfalls bei unfallbedingtem Ableben des Versicherten trotz schwerer Verletzungen kein Leistungsanspruch entsteht. Denn nach den Versicherungsbedingungen kann eine Invaliditätsleistung in der Regel frühestens 12 Monate nach dem Unfallereignis verlangt werden. Wenn neben der Invaliditätsleistung auch eine Todesfallleistung versichert ist, kann bereits vor Fälligkeit der Invaliditätsleistung ein Vorschuss auf die Invaliditätsleistung beantragt werden. Die Höhe des Vorschusses wird maximal in Höhe der versicherten Todesfallsumme fällig.

Um den Finanzbedarf im Zeitraum bis zur Fälligkeit der Invaliditätsleistung zu überbrücken, kann zusätzlich eine Übergangsleistung vereinbart werden. Dabei handelt es sich um einen festen Kapitalbetrag, der bei schweren Verletzungen fällig wird, wenn der Versicherte wegen der Unfallfolgen in seiner Leistungsfähigkeit über einen bestimmten Zeitraum erheblich beeinträchtigt ist (zum Beispiel drei Monate 100 %; 6 Monate mindestens 50 %).
Darüber hinaus kann eine Vielzahl weiterer Leistungsarten vereinbart werden. Hierzu gehören das Krankenhaustagegeld und das nach der Entlassung aus dem Krankenhaus fällig werdende Genesungsgeld, welches in der Regel für die gleiche Anzahl von Tagen wie das Krankenhaustagegeld gezahlt wird. Ferner das Unfall-Tagegeld, das hauptsächlich der Absicherung von Selbständigen dient. Es wird prozentual nach dem Grad der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit abgestuft fällig.
Weiterhin werden von vielen Versicherern so genannte Sofortleistungen angeboten. Diese beinhalten feste Kapitalbeträge bei bestimmten schweren Verletzungsarten. Viele Versicherungsgesellschaften bieten auch ein vertragliches Schmerzensgeld an. Dieses beinhaltet für genau definierte Verletzungen feste Prozentsätze der versicherten Schmerzensgeldsumme.

Als weitere Leistungsarten bietet der Versicherungsmarkt den Ausgleich von Kosten für kosmetische Operationen an, die z. B. zur Behebung von Entstellungen nach einem Unfall anfallen oder die anteilige Erstattung unfallbedingter Bergungskosten, welche von den Krankenkassen nicht oder nur teilweise übernommen werden (z. B. Eigenbeteiligungen zum Rettungstransport mit dem Krankenwagen oder Hubschrauberrettungsflüge im Ausland nach einem Skiunfall).

Unser Tipp: Sind in Ihrer Polizze Zerrungen sowie Zerreisungen von Muskeln, Sehnen, Bänder mitversichert? Wie sieht es mit Heilkosten und Bergekosten aus? Wie sieht es mit der Invaliditätsleistung aus, wurde diese auf Ihre Einkommenssituation abgestimmt?
   
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